Gehe zu: Hauptmenü | Abschnittsmenü | Beitrag

Oh du fröhliche

© Gilles Cohen - Fotolia.comIch halte mich für relativ resistent gegen alle Art von Propaganda, wie genauso gegen Kitsch und gegen jegliche Doktrinen, welche gegen alle Vernunft und Logik einen Weg in unsere Gehirnwindungen suchen. Trotzdem beschleicht mich jedes Jahr zur Weihnachtszeit eine gewisse innere Ruhe und Freude, welche sich schwer beschreiben lässt. Zum einen liegt es sicherlich daran, dass man sich bewusst mehr Zeit für Familie und Freunde nimmt und das alltägliche Einerlei etwas in den Hintergrund rückt. Zum anderen macht es mir auch grosse Freude, Menschen die ich mag, zu beschenken und mit ihnen einige gesellige Tage zu verbringen. Die Welt ist plötzlich schöner, die Menschen netter, einfach alles scheint irgendwie versöhnlicher zu wirken.

Ein anderer Grund, warum meine Wahrnehmung plötzlich ins Kitschige abrutscht, liegt vielleicht daran, dass ich in dieser Zeit so gut wie keine Nachrichten schaue oder Zeitungen lese. Denn genau das habe ich nach den Feiertagen nun nachgeholt und genau das war ein Fehler. Schon alleine die Schlagzeilen wirkten wie ein Tritt ins Gesicht und schrieen förmlich: “Willkommen zurück in der traurigen Realität du Arsch….”

„Attentäter erschiesst Benazir Bhutto”

„Zweijähriger verhungert”

„Priester prügeln sich in Geburtskirche in Bethlehem”

„Frau vor Zug gestossen: tot”

„Mutter tötet ihre beiden kleinen Söhne”

„Einjähriger stirbt bei Brand”

„Mehr als 120 Tote und Vermisste in Indonesien”

„Sex-Deal endet mit Todessturz”

„Erneut Teenager in London massakriert”

„Zwillingsmord, Drama an Heiligabend”

Und nicht eine positive Meldung war zu lesen. Nicht eine! Wie konnte ich auch nur eine Sekunde glauben, dass die Menschen für einige wenige Tage ihren Hass, ihre Wut und ihre  Verzweiflung vergessen und die Welt einmal tief durchatmen lassen. Ich jedenfalls würde es ihr von Herzen gönnen. Ihr nicht auch? Vielleicht ein anderes Mal…


Diesen Beitrag ausdrucken Diesen Beitrag ausdrucken

UnbefriedigendBefriedigendGutSehr GutAusgezeichnet (3 Stimme(n), Durchschnitt: 4 von 5)
Loading ... Loading ...

Kommentar schreiben

XHTML: Sie können diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong>