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Schlank, krank, unglücklich - aber billig.

Dick und glücklich © Christian Schurter - Just4Fun.chJetzt, wo die grossflächige Propaganda des Staates bei mir endlich Wirkung gezeigt hat und ich mit dem Rauchen aufgehört habe und wieder mehr auf mein Gewicht achte, muss ich folgende verwirrende Schlagzeilen über mich ergehen lassen:

Je dicker, desto gesünder (Weltwoche 03/08)

Übergewicht macht glücklich (Weltwoche 03/08)

Gesund und schlank kommt den Staat teuer. (NZZ 05.02.08)

Für mein Ziel, gesünder zu leben, müsste ich mir somit noch einige Kilos anfuttern, was mich zusätzlich auch noch glücklicher machen würde. Super.

Jedoch wirken überflüssige Speckrollen bei mir extrem unattraktiv und außerdem müsste ich viel Geld in neue Kleider investieren. Was jedoch noch viel schlimmer ist, ich “komme dem Staat teuer”. Noch teurer besser gesagt. Ich wäre ja dann noch gesünder da dicker und glücklicher dazu, was mich ja schon fast unsterblichen macht.  Somit weiß ich nicht genau, ob ich an meiner Entscheidung, gesünder zu leben, festhalten möchte oder überhaupt darf. Ich bin mir nämlich fast sicher, dass “dem Staat teuer zu kommen” illegal ist. Oder zumindest in Kürze sein wird. Somit bliebe dem Staat und meinem Geldbeutel zu liebe nur eine Lösung offen: Schlank, krank, unglücklich - aber billig. Jetzt muss mir nur noch mal jemand erklären, womit der hohe Zigarettenpreis gerechtfertigt wurde?


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Ein Kommentar zu “Schlank, krank, unglücklich - aber billig.”

  1. InsularMind schreibt:

    Okay, ich kenne die Reputation der “Weltwoche” zwar nicht, aber habe gerade den Artikel über das “Je dicker, je gesünder”-Thema durch. Vielleicht wird der Kommentar nicht gefallen, wenn man Pro-Übergewicht überzeugt ist, aber das Risiko, gelöscht zu werden, gehe ich ein.

    Ich kann nur sagen, dass das zum Thema Übergewicht das unsinnigste, heillosteste und überaus Verhöhnendste ist, was mir bisher aus dieser Ecke untergekommen ist.
    Als stark Übergewichtiger, der unter recht morbider Ausprägung der damit verbundenen Folgekrankheiten leidet, ( Altersdiabetes mit 30, diabetisches Bein, Hypertonie, Gelenk und Gliederschmerzen, Gicht, Kurzatmigkeit, Arthrose, reaktive Depression ect. ) fühle ich mich von Autoren mit solchem Desinformationshintergrund mächtig ins Gesicht gepaukt! Ich kann mir unterdessen nicht erklären, woher hier die untermauernden Studien stammen sollen, oder ob das Ganze schlechthin ein Stück nekrotischer Humor sein soll.
    Aus den USA kenne ich nun ja die Dick-ist-chic-Kampagne und kann jeden, der sich ernsthaft mit der Krankheit Übergewicht auseinandersetzen will nur davor warnen, weil hier versucht wird, ein Faktum mit widersinnendem Bestreben aus der Verankerung zu reißen.
    Auch der Idee, dass Übergewichtige überwiegend “glücklicher” leben, möchte ich widersprechen. In Wirklichkeit gelingt es ihnen häufiger, zu aller Belieben hin so zu tun, als wären sie fröhlich. Zuhause und im stillen Kämmerlein träumen Viele davon, in einem normalgewichtigen Körper die selben Möglichkeiten in allen denkbaren Lebensbereichen erreichen zu können, wie es bei den “Dünnen” selbstverständlich ist. Diese Lebensqualität ist bei vielen Übergewichtigen je eingeschränkter zugänglich, desto dicker sie sind. Tägliche Demütigungen auf der offenen Straße, im Arbeitsleben oder Diskriminierung an verschiedensten Stellen, das ist die Wirklichkeit im übergewichtigen Leben.
    Ein kaputter Körper, dessen massive Problemkomplexe die Lebenserwartung beeinträchtigen und nachhaltig verkürzen, so müsste die Richtigstellung der Schlagzeile lauten.

    Eine Zeitung, die sich solche Artikel, wie den oben Genannten leisten will, kann nicht von Menschen mit einem funktionierenden und wachen Verstand gemacht sein.

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