Manchmal werde ich mit dem Vorwurf konfrontiert, viel zu viel, oder auch schon mal etwas zu wenig nachzudenken. Wie bei den meisten Dingen im Leben ist jedoch weder zu viel noch zu wenig ein erstrebenswerter Zustand: Höchste Zeit einmal, dieses Phänomen unter die Lupe zu nehmen und das Problem an der Wurzel zu packen. Nur was ist Denken überhaupt, wie wird Denken definiert? Das muss ich zuerst einmal nachschlagen, Wissen.de sagt dazu:
“Denken ist eine Tätigkeit des menschlichen Geistes, die Bedeutungen und Sinnzusammenhänge erfasst und herstellt.”
So weit so gut, aber was versteht man unter “Geist“? (Bei Wissen.de noch mal nachgeschaut):
“Geist [griechisch pneuma, lateinisch spiritus]
ursprünglich eine belebende göttliche Kraft; zu unterscheiden sind vor allem zwei Bedeutungen: 1. allgemein: Geist als belebendes, beseelendes, immaterielles Prinzip im Menschen und in allen Dingen (Menschengeist, Geist einer Landschaft, eines Ortes)”
Ok, Denken ist also eine Tätigkeit des belebenden, beseelten, immateriellen Prinzips im Menschen welches die Bedeutungen und Sinnzusammenhänge erfasst und herstellt. Nur, irgendwie komm ich mir langsam Doof vor. Was zum Henker versteht man unter beseelt oder immateriell? Zum Glück gibt’s ja das Internet, also gleich noch mal nachgeschaut:
“Seele [griechisch psyché; lateinisch anima]
Philosophie (huch, jetzt wird Philosophisch…) ursprünglich Hauch, bewegte Luft; ein Lebensprinzip, das auf Pflanzen, Tiere und Menschen (so bei Aristoteles), auch auf die Welt im Ganzen bezogen wird. Viele Naturvölker fassen alles Bewegte als beseelt auf (Animismus); im engeren Sinne spricht man von Seele aber nur beim Menschen. Darüber hinaus bedeutet der Begriff die spezifisch menschliche Identität, aber auch die Zustände und verschiedenen Möglichkeiten des Menschen, die sich in den unterschiedlichen Seelenfunktionen ausdrücken: dem Empfinden, dem Gefühl oder der Befindlichkeit, dem Willen mit den entsprechenden Handlungen sowie dem Wahrnehmen und Denken, dem Verstand. ”
Ähm…ja, das Denken ist also eine Tätigkeit der belebenden und spezifisch menschlichen Identität des immateriellen Prinzip im Menschen, welches die Bedeutungen und Sinnzusammenhänge erfasst und herstellt.
Langsam klärt sich der Schleier meiner Unwissenheit, nur noch schnell “immateriell” nachschlagen…hmmm find ich nichts dazu, aber zu “materiell”, was ja wohl das Gegenteil davon sein dürfte:
“materiell [lateinisch]
stofflich, zur Materie gehörend; auf Besitz und Gewinn bedacht; geldlich. ”
Ich fasse also zusammen:
Denken ist eine Tätigkeit des belebenden und der spezifisch menschlichen Identität des nicht-stofflichen, nicht zur Materie gehörenden Prinzips im Menschen, welche die Bedeutungen und Sinnzusammenhänge erfasst und herstellt.
Ich stehe kurz vor dem Durchbruch, da bin ich mir sicher! Aber Moment, “Sinnzusammenhänge”, was muss ich mir darunter vorstellen? Ich mache Nägel mit Köpfen und schlage unter “Sinn” nach. Sicher ist sicher:
“Sinn
1. entsprechend den körperlichen Sinnen Empfänglichkeit für geistige Sachverhalte (z. B. Sinn für Musik, künstlerischer Sinn, moralischer Sinn u. a.).
2. Bedeutung, Zweck, geistiger Gehalt einer sprachlichen Wendung, aber auch eines geistigen Gebildes, einer Handlung, auch des Lebens oder der Welt. ”
So, jetzt aber:
Denken ist eine Tätigkeit der belebenden und spezifisch menschlichen Identität des nicht-stofflichen, nicht zur Materie gehörenden Prinzips im Menschen, welches die Bedeutungen und die Zusammenhänge, Zweck, den nicht-stofflichen, nicht zur Materie gehörenden Gehalt einer sprachlichen Wendung, aber auch eines nicht-stofflichen, nicht zur Materie gehörenden Gebildes, einer Handlung und auch des Lebens oder der Welt erfasst und herstellt.
Aha! Alles klar? Aber warum wollte ich noch mal wissen, was denken ist und warum zum Teufel habe ich jetzt plötzlich solche Kopfschmerzen…?
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