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Das jugendgefährdende Ferkel

Foto aus dem BuchNein, gemeint ist nicht der freundliche Exhibitionist von nebenan, sondern ein religionskritisches Kinderbuch, welches in Deutschland für einige Aufregung gesorgt hat und vor kurzem auch in der Schweizer Presse für eine Randnotiz gut war: Wo bitte geht’s zu Gott?, fragte das kleine Ferkel. Ein Buch für alle, die sich nichts vormachen lassen
Der freischaffenden Philosophen und Schriftstellers Dr. Michael Schmidt-Salomon und der Illustrator Helge Nyncke erzählen in dem Buch die Geschichte von einem Ferkel und einem Igel, welche angeregt durch ein Werbeplakat an ihrer Hauswand mit der Aufschrift, “Wer Gott nicht kennt, dem fehlt was”, sich auf die Suche nach Gott machen. Durchaus verständlich, denn welches normale Wesen möchte schon, dass ihm etwas fehlt. Dazu gehen sie für ihr kindliches Alter erstaunlich rational und logisch vor und befragen im laufe der Geschichte gleich mehrere seriöse Quellen des Wissens persönlich, nämlich Geistliche dreier monotheistischer Religionen, des Christentums, des Islams und der Jüdischen Religion und nicht dubiose und unseriöse Quellen wie Google oder Wikipedia. Naiv wie sie jedoch trotzdem sind, “beleidigen” sie jedoch durch “falsche” Fragen jede dieser Religionen und werden jeweils von den erbosten Geistlichen davon gejagt. Während der Igel am Ende des Buches zum Schluss kommt, dass ihm Gott und seine komischen Diener gestohlen bleiben können, sinniert das Ferkel, dass jedem der Gott kennt, eindeutig etwas im Oberstübchen fehlen muss. Das gemeinsame Fazit lautet, auch ohne Gott fehlt uns nichts.
Grund genug für unbekannt, einen Indizierungsantrag auszustellen. Dies wiederum veranlasste den Autor, umgehend eine Rechtfertigung zu verfassen. (An dieser Stelle sein angemerkt, dass direkt nach der Indizierung die Verkaufszahlen des Buchs noch mal kräftig angekurbelt wurden.) Schlussendlich lehnte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien den Antrag zur Indizierung am 06. März 2008 ab.

In diversen Foren, in den Buchbesprechungen auf Amazon streiten sich nach wie vor die Befürworter und Gegner des religionskritischen Kinderbuches um das dafür und dagegen eines solchigen während aber kaum jemand ein Wort über die unzähligen religionsunkritischen Kinderbücher verliert. Aber vielleicht fehlt der Welt ja einfach ein religionsneutrales Kinderbuch, das alle grossen Weltreligionen (inkl. Agnostizismus und Atheismus bei fast einer Milliarde Anhängern) und deren Entstehen und deren Ansichten neutral vorstellt und zum selbständigen Denken und zu selbständiger Meinungsbildung animiert. Wäre das nicht schön?


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