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Archiv für die 'Zeitgeist' Kategorie

Zur Osterzeit

Gelitten hat er fürchterlich,

für seinen Glauben sicherlich,

und erntete nur spott und hohn

vom Patriarch - den Tod als Lohn.

Nach amtlicher Bestätigung,

fürs Grab, mit Stein als Abdichtung,

wurd er abgeschoben in die Gruft,

ganz ohne frische Aussenluft.

Doch der berühmte Prediger,

besiegt den Tod, Allmächtiger!

Und macht sich nach dem Lebensraub,

ganz still und heimlich aus dem Staub,

ward danach nie mehr gesehn,

das soll Heut mal einer noch verstehn.

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Geschrieben von NoToM am Donnerstag 20. März 2008 Dieser Artikel wurde 1,412 mal gelesen.

Das jugendgefährdende Ferkel

Foto aus dem BuchNein, gemeint ist nicht der freundliche Exhibitionist von nebenan, sondern ein religionskritisches Kinderbuch, welches in Deutschland für einige Aufregung gesorgt hat und vor kurzem auch in der Schweizer Presse für eine Randnotiz gut war: Wo bitte geht’s zu Gott?, fragte das kleine Ferkel. Ein Buch für alle, die sich nichts vormachen lassen
Der freischaffenden Philosophen und Schriftstellers Dr. Michael Schmidt-Salomon und der Illustrator Helge Nyncke erzählen in dem Buch die Geschichte von einem Ferkel und einem Igel, welche angeregt durch ein Werbeplakat an ihrer Hauswand mit der Aufschrift, “Wer Gott nicht kennt, dem fehlt was”, sich auf die Suche nach Gott machen. Durchaus verständlich, denn welches normale Wesen möchte schon, dass ihm etwas fehlt. Dazu gehen sie für ihr kindliches Alter erstaunlich rational und logisch vor und befragen im laufe der Geschichte gleich mehrere seriöse Quellen des Wissens persönlich, nämlich Geistliche dreier monotheistischer Religionen, des Christentums, des Islams und der Jüdischen Religion und nicht dubiose und unseriöse Quellen wie Google oder Wikipedia. Naiv wie sie jedoch trotzdem sind, “beleidigen” sie jedoch durch “falsche” Fragen jede dieser Religionen und werden jeweils von den erbosten Geistlichen davon gejagt. Während der Igel am Ende des Buches zum Schluss kommt, dass ihm Gott und seine komischen Diener gestohlen bleiben können, sinniert das Ferkel, dass jedem der Gott kennt, eindeutig etwas im Oberstübchen fehlen muss. Das gemeinsame Fazit lautet, auch ohne Gott fehlt uns nichts.
Grund genug für unbekannt, einen Indizierungsantrag auszustellen. Dies wiederum veranlasste den Autor, umgehend eine Rechtfertigung zu verfassen. (An dieser Stelle sein angemerkt, dass direkt nach der Indizierung die Verkaufszahlen des Buchs noch mal kräftig angekurbelt wurden.) Schlussendlich lehnte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien den Antrag zur Indizierung am 06. März 2008 ab.

In diversen Foren, in den Buchbesprechungen auf Amazon streiten sich nach wie vor die Befürworter und Gegner des religionskritischen Kinderbuches um das dafür und dagegen eines solchigen während aber kaum jemand ein Wort über die unzähligen religionsunkritischen Kinderbücher verliert. Aber vielleicht fehlt der Welt ja einfach ein religionsneutrales Kinderbuch, das alle grossen Weltreligionen (inkl. Agnostizismus und Atheismus bei fast einer Milliarde Anhängern) und deren Entstehen und deren Ansichten neutral vorstellt und zum selbständigen Denken und zu selbständiger Meinungsbildung animiert. Wäre das nicht schön?

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Geschrieben von NoToM am Montag 10. März 2008 Dieser Artikel wurde 1,512 mal gelesen.

Ein amerikanisches Selbstportrait (An American Self-Portrait)

Skull With Cigarette 2007 by chris jordanIn Amerika werden alle fünf Minuten 15 Millionen Stück Büropapier verbraucht, 106′000 mal im 30 Sekunden der Inhalt einer Aludose konsumiert und 426′000 Mobiltelefone in den Ruhestand befördert. Solche Zahlen sind kaum mehr vorstellbar, man verliert völlig das Gefühl für Menge. Genau diesem Problem hat sich der amerikanische Künstler Chris Jordan angenommen und versucht, diesen irrsinnigen verbrauch unserer Konsumgesellschaft  zu visualisieren, was ihm auch ganz hervorragend gelungen ist. Wer seine Bilder nicht im Original (und vor allem Originalgrösse) bewundern kann, findet zumindest unter folgendem Link eine alternative, welche auch schon mächtig Eindruck macht. Sehe und staune.

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Geschrieben von NoToM am Mittwoch 5. März 2008 Dieser Artikel wurde 1,198 mal gelesen.

Umweltschutz per Mausklick

© Heiner Witthake - Fotolia.comDas Thema Umweltschutz ist zurzeit wieder in aller Munde. Es wird noch immer fleissig verwüstet, verdreckt, vergiftet, verstrahlt und die Natur dankt es uns umgehend mit einer globalen Erwärmung, welche einem Fieber gleich versucht, die Ursache zu bekämpfen. Jedenfalls wird dies von vielen namhaften Wissenschaftlern behauptet. So populär das Thema selbst zurzeit auch ist, so unpopulär scheint es zu sein, selbst etwas dagegen zu unternehmen. Na gut, das Altpapier wird gesammelt, die Dosen getrennt, das Glas sortiert und die Batterien dem Sondermüll zugeführt. Vielleicht verwendet der eine oder andere auch nur noch Energiesparlampen und hat die Jagt auf Wale als Hobby aufgegeben. Trotzdem scheint mir dies eindeutig zu wenig Engagement des Einzelnen im Kampf gegen die globale Erwärmung zu sein, schliesslich ist sie nebst dem internationalen Terrorismus, nebst gewalttätigen Jugendlichen oder dem überqueren eines Zebrastreifens in Zürich eine der grössten Bedrohungen für Leib und Leben! Woran liegt das?  Ist der Mensch schlicht einfach zu faul, sich mehr zu Engagieren, oder genug mit seinen eigenen Problemen beschäftigt, so dass er sich nicht auch noch um die Probleme der gesamten Menschheit kümmern kann? Oder weil der Mensch von Natur aus Egoistisch ist, und sich lieber so etwas Überflüssiges wie ein iPhone kauft anstatt das Geld in z.B. Solarzellen zu Investieren? Wer weiss…

Sollte es aber tatsächlich nur an der Faulheit liegen, kommt dieser Lösungsansatz wie gerufen.

Umweltschutz per Mausklick

Auf der Seite www.therainforestsite.com kann man mit nur einem Mausklick täglich ein kleines Gebiet im Regenwald schützen. Einfach die Seite besuchen und links auf den Button “SAVE OUR RAINFORESTS” klicken. Das ist schon alles. Die Sponsoren der Seite zahlen pro Klick einen gewissen Betrag, der vollumfänglich dem Schutz des Regenwald zu gute kommt. Laut der Seite haben die Klicks der Besucher bisher mehr als 68 Quadratkilometer vom Aussterben bedrohten Urwald überall auf der Erde erhalten.

Auf der gleichen Seite hat man, wenn man schon mal in Geberlaune ist, die nach dem gleichen Prinzip die Möglichkeit, den Hunger der Welt oder Brustkrebs zu bekämpfen oder für Kinder und Tiere in Not zu spenden. Einfacher geht’s nun wirklich nicht. Und was tust Du für die Umwelt?

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Geschrieben von NoToM am Dienstag 4. März 2008 Dieser Artikel wurde 1,231 mal gelesen.

Wissen müssen? Ja, bitte!

Bildung, ja bitte!Quizsendungen im TV sind beliebt. Was gibt es schöneres, als sich gemütlich auf dem Sofa zu lümmeln und über die vermeintliche Dummheit der Kandidaten zu lästern oder auch mal über das ebenfalls vermeintliche Wissen selbiger zu staunen. Normalerweise macht aber eher das Nichtwissen Schlagzeilen, wie gerade Heute z.B. wieder:

“Eine neue Studie hat bei Jugendlichen in den USA massive Mängel in der Allgemeinbildung zutage gefördert.” -> Quelle

Laut dem Artikel können 17-Jährige Amerikaner, und ich denke, dass das nicht nur ein amerikanisches Phänomen ist, Figuren wie Hiob oder Gestalten wie Ödipus nicht korrekt zuordnen. Mehr als ¼ der jugendlichen ist davon überzeugt, dass Kolumbus erst nach 1750 Amerika entdeckt hat. Auch der amerikanische Bürgerkrieg konnte von knapp der Hälfte der befragten auf der Zeitachse nicht richtig eingeordnet werden und die Rolle von Adolf Hitler in der Weltgeschichte ist teilweise komplett unbekannt. (An dieser Stelle sei dem Leser Zeit gegeben, um dramatisch den Kopf zu schütteln um damit Unverständnis zu symbolisieren…4…3…2…1)
Nur, wieso ist es denn so wichtig zu wissen, wer Hiob, Hitler oder Ödipus war oder die genaue Jahreszahl zu kennen, an der Kolumbus dachte, einen neues Seeweg nach Indien gefunden zu haben? Um diese Frage beantworten zu können, muss man erst verstehen, welche Ziele eine “gute” Allgemeinbildung Heutzutage verfolgt:

Wikipedia.de macht dazu einige interessante Angaben:

“Allgemeinbildung ist das, was man braucht, um sich als Mensch zu entwickeln und um Spezialkenntnisse sinnvoll zu erwerben und einzusetzen. Allgemeinbildung ist also Rahmen und Fundament des Spezialwissens.”

Und

“Allgemeinwissen kann … als das Wissen definiert werden, das jeder Mensch braucht um sich in der Welt zu orientieren”.

Auf Wissen.de  findet man folgendes zum Thema:

“Allgemeinbildung = umfassende, viele Bereiche berührende Bildung”

Sucht man noch zusätzlich im Internet nach Definitionen von “guter Allgemeinbildung”, findet man z.B. auf der Homepage der Stadt Bielefeld (D) zusätzliche Aussagen zum Mehrwert von guter Allgemeinbildung:

“Qualifizierte Allgemeinbildung und berufliche Aus- und Weiterbildung sind langfristig für die Wirtschaft und Gesellschaft von entscheidender Bedeutung.”

Stern.de fasst die Resultate einer Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der neuen Zeitschrift “GEOkompakt zum Thema “gute Allgemeinbildung” folgendermaßen zusammen - Gute Allgemeinbildung macht sexy -  und zeigt anhand der Ergebnisse gleich auf, wie gute Allgemeinbildung zusammengesetzt sein muss:

“Man muss über das laufende politische Geschehen, das politische System und die darin handelnden Personen informiert sein (33 Prozent) und sich in der Geschichte auskennen (26 Prozent). Auch solide Kenntnisse in den Naturwissenschaften wie Physik, Chemie und Biologie gehören für fast jeden Vierten (23 Prozent) zu einer ordentlichen Allgemeinbildung.”

Schauen wir die Ursprungsfrage an dieser Stelle noch mal an. Wieso ist es denn so wichtig zu wissen, wer Hiob, Hitler oder Ödipus war? Nur um über das laufende politische geschehen informiert zu sein? Oder nur um extrem sexy zu wirken oder von grossem Nutzen für den Staat oder Privatwirtschat zu sein und den Stempel Erfolgreich zu verdienen? Nein, bestimmt nicht, auch wenn das oft als Begründung herhalten muss.
Eine gute Allgemeinbildung sollte etwas viel Wichtigeres ermöglichen: “Eine wirkliche Allgemeinbildung muss auch die kritische Reflexion der gesellschaftlichen Zustände und der eigenen Lebenswirklichkeit vermitteln und auf Mündigkeit zielen.”, wie es der Deutsche Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno in meinen Augen so treffend formuliert hat. Und genau das ist es, was ich neben all der Spezialisierung vermisse und diese Jugendliche vielleicht auch.

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Geschrieben von NoToM am Donnerstag 28. Februar 2008 Dieser Artikel wurde 1,767 mal gelesen.